Es gibt kaum eine Diagnose, die einen
derartigen Schock auslöst, wieKrebs.
Es war an einem trüben Novembertag im Jahre 1909, als der namhafte Mediziner Prof. Dr. Julius Hochenegg an seinen Kollegen Prof. Dr. Anton Eiselsberg folgende Zeilen schrieb: "Die Not unserer Krebskranken wird immer größer, wir müssen etwas tun, um sie zu lindern. Könnten wir nicht zusammenkommen, um darüber zu sprechen?"
In Folge kam es am 17. Dezember 1910 zur konstituierenden Sitzung der "k.u.k. Gesellschaft zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit". Als einer der wichtigsten Punkte wurde eine "umfangreiche Aufklärungsarbeit über den Krebs im volkstümlichen Sinn" erachtet und "die Not der Krebskranken zu lindern". Am 20. Dezember 1910 wurde diese neue Gesellschaft der Polizei gemeldet – das war die Geburtsstunde der Österreichischen Krebshilfe.
Vieles hat sich in den letzten 100 Jahren verändert. Dank neuester Diagnosemöglichkeiten kann Krebs immer früher erkannt werden. Neueste Therapien tragen dazu bei, dass viele Krebspatienten geheilt werden können und ein deutlich längeres Leben mit entsprechender Lebensqualität haben. Eines ist leider immer noch unverändert: Es gibt kaum eine Diagnose, die einen derartigen Schock auslöst, wie Krebs. Wir erleben es jeden Tag.
Deshalb ist es so wichtig, dass es die Österreichische Krebshilfe auch heute noch gibt. Damit sie PatientInnen und Angehörigen kostenlos mit Rat und Hilfe zur Seite steht. Als Präsident der Krebshilfe möchte ich mich bei alle jenen bedanken, die uns diese Hilfe und Betreuung ermöglichen: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dachverband und in den Landesvereinen, die Beraterinnen, der ehrenamtliche Vorstand sowie alle Partner, Sponsoren und Unterstützer.
Unsere 100jährige Geschichte gibt uns allen den Auftrag, diese wichtigen Aufgaben auch in den nächsten Jahrzehnten zu erfüllen.
